04. Oktober 2019

Doppelspurausbau Goldach – Rorschach Stadt

Doppelspurausbau Goldach – Rorschach Stadt

Um die Kapazitätsengpässe auf der Linie St. Gallen – St. Margrethen zu entschärfen und die Ostschweiz an den europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland anzuschliessen, baut die SBB die heute einspurige Strecke zwischen Goldach und Rorschach Stadt zur Doppelspur aus. Die Kosten: rund 40 Mio. CHF. Daniel Patt, Baukader-Mitglied und hier als Chef-Bauführer für seinen Arbeitgeber, die Gautschi AG, tätig, stellt uns diese vor.

Die Sonne sticht vom knallblauen Himmel an diesem Spätsommertag. Patt tritt vor die Baubaracke und begrüsst mich mit einem breiten Bündner Dialekt. In der Baracke ist es schattig und am Morgen noch kühl. Patt erklärt, um was es bei seinem Projekt geht. Über eine Strecke von 1'200 Meter ist er mit seinem Team für den Doppelspurausbau und den Ausbau des neu barrierefreien Bahnhofes Rorschach Stadt zuständig. Und das unter laufendem Verkehr und mitten in der Stadt auf engstem Raum.

Wen die vereinzelten Zucchetti-Stauden und Hortensienblüten, auf der Baustelle erstaunen, der wird von Patt aufgeklärt: Hier standen vor kurzem noch Schrebergärten, und die eine oder andere Pflanze hat sich auch diesen Sommer noch ein Plätzchen erobert.

Menschen und Maschinen

Los ging es für Patt und sein Team am 14. Januar 2019. Die Baustelle besteht längs aus zwei Teilen. Teil 1 wird von Januar 2019 bis Juni 2020 gebaut und anschliessend, grösstenteils gespiegelt, Teil 2 von Juli 2020 bis Juni 2021. Spannendes Detail: Die Unterführung wird gegen Ende der Bauzeit mit einem Durchstich ausgeschnitten. «Ähnlich wie zwei Bilderrahmen, die verbunden werden», erklärt Patt. Zu seinem Team gehören zwei Bauführer, bis sieben Poliere und weitere rund 25 -30 Bauprofis. Unterstützt werden sie von Maschinen wie Gleisbagger, Gleismaschinen, Stopfmaschinen, Seilbagger, Spundwandrammen, Bagger und Dumper.

Herausforderungen…

Laut Patt sind hier vor allem die Termine, der Platz und die Sicherheit die grossen Herausforderungen. «Die Termine sind auf dieser Baustelle grundsätzlich nicht verschiebbar». Klar: Unter laufendem Verkehr ist alles genaustens getaktet und Wochenendsperren für Weicheneinbauten oder die Umstellung auf die neue Spur müssen lange zum Voraus definiert und auch kommuniziert werden.

Dass der Platz hier ausserordentlich eng ist, sieht man zwar ohne, dass man in die Tiefen der Baustelle steigen müsste, aber hier wird eindrücklich klar, was Patt meint. Die neue Betonwand trifft direkt auf die Hauswände der angrenzenden Häsuer, und Patt erzählt, dass er mit seinem Team bei der Unterfangung der Keller auf einige bauliche Besonderheiten gestossen ist.

Und herausfordernd ist auch das Thema Sicherheit. Da wird der quirlige, fast immer lachende Bündner ernst. «Wir bauen hier unmittelbar am Geleise, und es darf nichts passieren», betont er. Auf der Baustelle wird er deshalb auch von zwei Sicherheitskoordinatoren und sechs Sicherheitswärtern unterstützt. Diese beobachten die Bauarbeiter äusserst aufmerksam und konzentriert und achten darauf, dass kein Baumaterial in Gleisnähe liegen bleibt.

…und Freude

Freude macht Patt hier die Vielseitigkeit. «Strassenbau, Betonbau und Spezialtiefbau – das ist spannend und abwechslungsreich», sagt Patt. Ganz wichtig ist für ihn auch das Team auf seiner Baustelle. Alle Mitarbeitenden «unter einen Hut» zu bringen und so optimale Leistungen zu erbringen, sei nicht immer einfach, aber wenn es gelinge, ein unglaublich gutes Gefühl, sagt Patt. Man kann sich fast nicht vorstellen, dass dem sympathischen Bauprofi die Teambildung schwerfallen könnte. Und das tut sie auch nicht. Aber es ist für ihn klar, dass ein gut funktionierendes Team – wie er es hier in Rorschach hat - keine Selbstverständlichkeit ist.

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