14. Mai 2021

Sektionsreise 2021 Saurermuseum

Reisebericht-Sektionsreise-2021

 Saurermuseum Arbon

   

Saurer hat nicht nur Lastwagen, sondern auch Web- und Stickmaschinen gebaut.

                  

Endlich ist es wieder so weit. Nach langer Corona-Durststrecke konnten wir wieder einmal einen Sektionsanlass durchführen. Natürlich unter Einhaltung der Schutzrichtlinien, aber dafür bei schönstem Wetter. Der Car von Müller Reisen stand schon früh bei der Station Stettbach bereit und wir wurden vom Chauffeur freundlich empfangen. Nur unser Reiseleiter Hans Ruedi mit Margreth fehlten noch - sie machten mit der S-Bahn bei diesem Sonnenschein noch einen kleinen Ausflug ins Oberland. Mit wenigen Minuten Verspätung fuhren wir Richtung Arbon los, direkt ins Museum. Im Programm stand zwar was von einem Kaffeehalt, dieser musste aber geopfert werden. Hans Ruedi teilte uns nun den definitiven Ablauf mit. Corona bedingt fällt eben dieser Zwischenhalt aus, da ein anderes Restaurant für das Mittagessen gesucht werden musste und die uns nur zur frühen Mittagszeit bewirten können. Als guter Reiseleiter hat Hans Ruedi aber vorgesorgt und uns während der Fahrt mit Appenzeller Biberli und Kaffee bewirtet. Service <<<<< . Alle haben die Fahrt durch die grüne Landschaft mit Ausblick zum Säntis genossen und am Ziel angekommen wurden wir dann noch von der Panoramasicht über den Bodensee überwältigt.

Nach dem Empfang durch Armin Kneubühler, wurden wir schnell in zwei Gruppen aufgeteilt, eine für den Bereich Fahrzeuge, eine für den Textilbereich, welcher von Hans Stacher geführt wurde. In einem Saurer V45 (1933) Bus der städtischen Strassenbahn Zürich (VBZ) durften wir zu Beginn auf den Lederpolsterzitzen Platz nehmen, wo uns Armin mit Leib und Seele die Geschichte der Firma / Familie Saurer, die Entstehung und den Betrieb des Museums schilderte.

Anschliessend wurden wir durch den Fahrzeugteil geführt. Alles schön in Reih und Glied, vom ersten bis zum letztproduzierten Lastwagen und die Motorenabteilung. Die Präsentation beginnt mit dem ersten Saurer, der 1903 hergestellt wurde mit Benzinmotor, Ritzel-Zahnriemen-Antrieb und Vollgummibereifung. 1911 wurde der erste Saurer, ein Caminhão nach Brasilien verkauft. Das Geschäft lief gut an, aber mit den Kriegsjahren wurde der Export eingestellt und später nicht wieder aufgenommen. Umso schöner, dass ein Exemplar wieder zurück ins Museum gefunden hat. Nebst der Produktion ging die »Tüftelei», resp. die Forschung weiter und so konnte 1929 der erste Lastwagen mit serienmässigem Dieselmotor das Werk verlassen. Die Technik wurde immer weiterentwickelt und ebenso die Fahrzeugpalette. Vom gewöhnlichen Lastwagen in allen Variationen, Fahrzeuge für die Feuerwehr, die Armee, Postauto, Busse, Gelenkbusse und Spezialfahrzeuge. Auch einige Panzer wurden hergestellt. Die Motorenabteilung erbaute auch Flugzeugmotoren. Das Umfeld wurde aber zusehends schwieriger und trotz des Zusammenschlusses mit der FBW in Wetzikon und der Beteiligung von Mercedes kam man im Nutzfahrzeug nicht mehr vom Fleck. So kam es, dass 1982 der letzte Zivile Saurer das Werk verliess. 1987 lieferte der Betrieb auch den letzten 10 DM an die Armee aus. Anschliessend veräusserte man die Motorenabteilung.

In den 1990er Jahren konzentrierte man sich nur noch auf den Textilbereich. Dieser Teil wird seit der Gründerzeit im Museum eindrücklich dargestellt. Von den einfachsten Web- Strick- und Stickmaschinen für Einzelanfertigungen bis zu den neuen, fast vollautomatischen Grossmaschinen für die industrielle Herstellung. Eindrücklich sind die verschiedenen Stadien der Technik, welche in steter Verbesserung weiterentwickelt worden sind. Hans Stacher, unser Museumsführer dieser Abteilung führte uns die einzelnen Maschinen vor und zeigte uns im Massstab 1:1 wie diese Maschinen auch funktionieren und was mit welcher Maschine hergestellt werden konnte oder noch immer kann.

Der Oldtimer Club Saurer, OCS und seine Mitglieder sind besorgt, dass alle Fahrzeuge und Maschinen in Stand gehalten, restauriert und auch wieder in Betrieb gesetzt werden können. Leider finden sich immer weniger Mitglieder, die dieses Handwerk gelernt haben. Deshalb wird alles digitalisiert, Anleitungen für Herstellung, Montage, Betrieb und Unterhalt werden in Videos aufgenommen, damit alles der Nachwelt erhalten bleibt.

Wir danken unseren beiden Museumsführern für ihre sehr interessante und unterhaltsame Darstellung des Saurermuseums.

                  Es bleibt uns nur eine kurze Zeit, um noch die schöne Sicht über den See zu geniessen und schon geht’s weiter zum Schloss Hagenwil, wo wir zum Mittagessen erwartet wurden. Im Schlosshof wurden wir bestens bedient, obwohl auch hier Corona-Massnahmen herrschten. Nach dem genüsslichen Cordon Bleu mit Beilagen und dem Dessert genossen wir noch für eine kurze Weile das herrliche Wetter und die Mittagssonne mit dem Blick auf das Schloss, bevor die Reise Richtung Zürich weiter ging. Unser Chauffeur führte uns in kürzerer oder weiterer Entfernung, je nach Verkehr, dem See und dem Rhein entlang über Winterthur nach Stettbach, unserem Ausgangspunkt zurück.

Im Namen aller Teilnehmer bedanke ich mich bei Hans Ruedi Lüscher für den interessanten, herrlichen und gemütlichen Sektionsausflug.

 

Foto: H.R. Lüscher, R. Breitenmoser   

Text: R. Breitenmoser, Literatur: OCS, Wikipedia

 

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